Wir alle können etwas tun! Faire Woche im Weltladen Friedrichshafen gab wertvolle Anregungen an Interessierte weiter
Mit dem Getränkestand am Nachtflohmarkt stellte sich das neue Team der „Next Generation@Weltladen“ der Öffentlichkeit vor. Bei coolen fairen Erfrischungen und dem berühmten Wachmacher-Kaffee aus Burundi kamen die jungen Aktiven des Häfler Weltladens mit den Passantinnen und Passanten ins Gespräch. Sie gaben Tipps und Anregungen für nachhaltigen Konsum und machten auf den Themenschwerpunkt der Fairen Woche aufmerksam. „Das Klima hat sich schon sehr verändert und im Globalen Süden noch viel mehr als hier,“ stellt Anna Gadorosi fest. „Vielen ist das nicht bekannt und deshalb ist es so wichtig, die Zusammenhänge herzustellen.
Diese Zusammenhänge lernten auch die Schülerinnen der Realschule St. Elisabeth kennen. Sie hatten sich mit dem Thema nachhaltige Ernährung beschäftigt und bei einer Bildungseinheit des Globalen Klassenzimmers den „Weltacker“ erkundet. Jedem Menschen auf unserer Erde stehen theoretisch 2000 m² Ackerfläche zur Verfügung, um sich ein Jahr lang zu ernähren. Schnell wird deutlich, dass unsere Ernährungsgewohnheiten viel mehr Fläche benötigen. Deshalb schauten sie nach einem Lösungsweg, wie wir der Nahrungsmittelverschwendung entgegenwirken können.
„Wir haben uns erkundigt, was mit Lebensmitteln passiert, die nicht mehr verkauft werden können. Im nächsten Schritt haben wir bei verschiedenen Läden angefragt, ob wir Lebensmittel vor der Vernichtung retten können,“ erzählt Emelie von ihrer Aktion. Aus dem Bioladen Herzlich in Manzell, dem Biosupermarkt Denn’s, dem Rewe-Markt Kreutle und der Bäckerei Kloos konnten kistenweise Lebensmittel abgeholt und verarbeitet werden. Der Dank war groß und die Ideen für passende Rezepte und Zubereitungen mussten schnell in die Tat umgesetzt werden. So entstanden unter der fachlichen Anleitung von Maren Wintergrün Bananenbrote, Apfelmuffins, Brotchips, Brotaufstriche und Traubenmarmelade. Weitere Brotkisten trafen pünktlich zum Fairen Frühstück ein.
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher des Ladenlokals „Der Raum“, den die Studierenden der Zeppelin Universität zur Verfügung stellten, konnten die gespendeten Lebensmittel bei fairem Kaffee aus Burundi verzehrt werden. Die Anwesenden ließen es sich schmecken und waren von der Idee begeistert, was sich aus Resten noch alles herstellen lässt. Rezepte fanden Abnehmerinnen und finden sicher Nachahmung.
Das Team der Next Generation lud ebenfalls in den „Raum“ ein, um gemeinsam mit den Teilnehmenden an Zukunftsvisionen für neue Aktionen und Vermittlungsformate zu arbeiten. In einem interaktiven Workshop wurden frische Ideen für Veranstaltungsformate gesammelt und bereits bestehende Projektkonzepte, wie die Einrichtung eines Pop-Up-Stores für fair gehandelte Produkte und Events, weiterentwickelt. „Unser Ziel ist es, durch kreative Veranstaltungen besonders junge Menschen für den Fairen Handel zu begeistern und gemeinsam einen Beitrag zu einer global gerechteren Welt zu leisten“, betonte Maxine Brindle, Eine Welt-Regionalpromotorin.
Das Team des Weltladens freut sich über den regen Zuspruch. „Wir sehen, wie insbesondere junge Menschen etwas verändern möchten und das macht Hoffnung, dass über diesen Schritt und die erfahrende Wertschätzung weitere Schritte folgen werden,“ merkt Bildungsreferentin Barbara Wagner an. „Uns freut zudem, dass wir als Fairtrade-Town wieder eine so wunderbare Kooperation zwischen den verschiedenen Aktiven hinbekommen haben,“ merkt Margret Halder an. „Neben der ersten Fairtrade-Schule St. Elisabeth hatten wir auch die ZU mit im Boot. Sie ist weiterhin eine der wenigen zertifizierten Universitäten! Und die weiteren Unterstützer aus dem Einzelhandel sind ein wichtiger Teil unseres Gesamtanliegens: Im Miteinander schaffen wir mehr.“
Das Team Next Generation@Weltladen stellt sich beim Nachtflohmarkt vor und freut sich auf neue Aktive.
Gegen die Lebensmittelverschwendung – Faires Frühstück mit geretteten Zutaten schmeckte Vielen.


