Freitag, 23. November 18 um 20:11 Alter: 19 days

Fairer Handel bekämpft Fluchtursachen

Von: RALF SCHÄFER - SZ Friedrichshafen
Der Weltladen verkauft ein umfangreiches Sortiment, mehr Verkaufsfläche wäre trotzdem eine Option. Im Bild Margret Halder und Ulrike Jaekel sowie eine Kundin (von links).

Foto: Ralf Schäfer

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Der Weltladen in Friedrichshafen ist angetreten, fairen Handel zu unterstützen. Dahinter steht ein Verein, der seit 30 Jahren aktiv ist, den Laden auf der Schanzstraße gibt es seit nunmehr 20 Jahren. Da steht Weiterentwicklung auf dem Stundenplan.

Und das ist noch lange nicht alles, der Weltladen ist präsent in dieser Stadt, die mit vielen anderen Geschäftsleuten den Titel „Fairtrade-Stadt“ erstmals 2015 bekommen hat. Nucleus dieser Aktion war der Eine-Welt-Laden und die Geschäftsführerin Margret Halder. „Es ist schön, dass wir uns eine Basis erarbeitet haben in der Stadt und neben der Anerkennung über die „Fairtrade-Stadt“ auch viele andere Netzwerke knüpfen. Doch leider kommen wir an unsere Kapazitätsgrenzen“, sagt sie und nennt die 30 Mitarbeiterinnen und eine hauptamtliche Kraft als personelle Ausstattung des Vereins.

Ein Konzept muss her
Was das Angebot und die Intention des Vereins angeht, könnte der ein größeres Ladenlokal sicher gut gebrauchen. Dafür aber müssten personelle Besetzungen und ein Konzept her, um ein solches Projekt anzugehen. Außerdem ist der Verein als gemeinnützig anerkannt und darf keine großen Gewinne einfahren. Er hat daher auch keine sonderlich umfangreichen Kapazitäten, „die hohen Mieten zu zahlen, die in Ladenlokalen fällig werden“, sagt Halder.

Statt dessen hat der Verein sehr viel Wert darauf gelegt, sein Netzwerk zu stärken und bei wichtigen Veranstaltungen oder an wichtigen Orten präsent zu sein. Es gibt die Fairtrade-Schulen, die Produkte des Weltladens in von Schülern geführten Verkaufsstellen vertreiben. Da gibt es am Kiosk eben die fair gehandelten Getränke und Snacks für die kleine Pause am Schultag.

Schulen machen mit
Zu diesen Fairtrade-Schulen gehören die St.-Elisabeth_Schule, das Graf-Zeppelin-Gymnasium, die Gemeinschaftsschule Schreienesch und die Claude-Dornier-Schule. Daneben hält der Eine Welt-Laden auch Kontakt zu sogenannten Partnerschulen, die Elemente des fairen Handels unterstützen oder in ihren Schulalltag aufnehmen. Dazu gehören die Bodenseeschule St.-Martin, das Karl-Maybach-Gymnasium, die Graf-Soden Gemeinschaftsschule und die Droste-Hülshoff-Schule.

Zur Zeit arbeitet eine Studenteninitiative namens „Zukunftswerkstatt“ an der Zeppelin-Universität daran, die ZU als Fairtrade-Universität aufzustellen. Darüber hinaus zeigt der Eine-Welt-Laden selbst auch Gesicht bei Veranstaltungen seiner Partner, ist so am kommenden Wochenende, 1. Dezember, auf dem Adventsfest der Bodenseeschule vertreten. „Es geht uns darum, die Idee des fairen Handelns bekannt zu machen und dafür zu werben“, sagt Margret Halder. Auf der IBO steht der Verein, auf Märkten in der Stadt oder bei Veranstaltungen, es gibt wenige öffentliche Ereignisse, wo der Weltladen nicht vertreten wäre.

Er trägt damit auch einen Teil des Images dieser Stadt. Und das steht damit auch für fairen Handel, die Ächtung der Kinderarbeit sowie Nachhaltigkeit und Klimaschutz. All das sind Grundpfeiler für die Vermeidung von Fluchtursachen. Am Netzwerk beteiligen sich zudem viele Händler, Gastronomiebetriebe und Hotels aus Friedrichshafen.


 
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