Dienstag, 25. Juli 17 um 18:21 Alter: 62 days

Eine-Welt-Verein wird 30: Die Welt ein wenig verbessern

Von: Südkurier Friedrichshafen - Brigitte Geiselhart
In Feierlaune: Aktuelle und ehemalige Mitglieder feierten den 30. Geburtstag des Eine-Welt-Vereins.

Bild: Brigitte Geiselhart

.
Beim Sommerfest am Wasserturm im Riedlewald blickt der Eine-Welt-Verein Friedrichshafen, der früher noch Dritte-Welt-Verein hieß, zurück auf seine Gründungszeit. Seit 20 Jahren führen sie gemeinsam den Weltladen an der Schanzstraße.

Gleich zweifachen Grund zum Feiern hat der Eine-Welt-Verein: Vor 30 Jahren wurde der Verein gegründet und vor 20 Jahren durfte man den Weltladen an der Schanzstraße eröffnen. Beim Jubiläums-Sommerfest rund um den Wasserturm im Riedlewald gaben sich rund 100 aktive, passive und ehemalige Vereinsmitglieder ein Stelldichein.

Warum sollte es nicht machbar sein, Waren in allen Teilen der Welt unter erträglichen Bedingungen herzustellen und sie zu Preisen verkaufen zu können, die den Erzeugern eine Existenz in Würde ermöglicht? Diese Vision hatten ein paar Idealisten, denen das Wunschbild eines fairen und gerechten Handels vorschwebte. Als 1987 der damalige Leiter des Katholischen Bildungswerks Jos de Both ihn fragte, ob er mitmachen wolle, einen Dritte-Welt-Verein ins Leben zu rufen, habe er gerne zugesagt, berichtete Johannes Wouters aus den Anfangszeiten, in denen der Verein mit seinem Laden zunächst in der Werderstraße unterkam. "Das Fundament zu legen war schwierig. Darauf aufzubauen war für uns etwas einfacher", würdigte das langjährige Vorstandsmitglied Hubert Mangold den Geist der Gründerväter.

Dass sich in den vergangenen drei Jahrzehnten vieles verändert hat, darüber war man sich unter den Mitfeiernden einig. So wurde aus dem Dritte-Welt-Verein schon vor vielen Jahren ein Eine-Welt-Verein. Einigkeit herrschte auch darüber, dass fair gehandelte Produkte mittlerweile im gesellschaftlichen Bewusstsein einen ganz anderen Stellenwert bekommen haben.

Mitarbeiter gesucht An der Motivation mangelt es unter den Mitgliedern auch heute nicht. "Man hat das Gefühl, man kann die Welt in kleinen Schritten ein wenig besser machen", sagt etwa Jutta Dickmanns. "Trotzdem sind wir dringend auf weitere Mitarbeiter angewiesen, die Lust haben, sich in Projektarbeit oder im Ladendienst zu engagieren", ergänzt Vorstandskollege Martin Schöneich und verweist dabei auch auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Friedrichshafen.

Natürlich umfasst das Warenangebot mittlerweile viel mehr als in den Anfangsjahren, als sich Vieles um Schokolade, Gewürze und Kaffee drehte. Apropos Kaffee: Der klassische Hochland-Arabica aus dem mexikanischen Chiapas namens "Friederico" ist nach wir vor ein Verkaufsschlager und längst zum einem Markenzeichen des Häfler Eine-Welt-Vereins geworden. Lebensmittel sind aber nicht alles: "Ich liebe zum Beispiel die Wende-Röcke aus Nepal", sagt Ulrike Jaekel, die seit 24 Jahren im ehrenamtlichen Ladendienst mitmacht. Auch Elisabeth Neuschel hält dem Verein seit 20 Jahren die Treue. "Wenn man hinter der Sache steht, kann man auch etwas bewirken", ist ihre Devise.


 
Sie sind hier: Pressespiegel